Eye of the Wind – eine segelnde Hollywood-Legende

Die Eye of the Wind © Melanie Kiel

Die Eye of the Wind © Melanie Kiel

Seit 106 Jahren ist die Eye of the Wind auf den Meeren der Welt unterwegs. Beim diesjährigen Wochenende an der Jade hat der Großsegler erstmals in Wilhelmshaven festgemacht. 

Die Eye of the Wind wurde 1911 in Brake an der Unterweser als Gaffelschoner gebaut. Zunächst wird das Schiff auf den Namen Friedrich getauft. Nach mehreren Eignerwechseln und Namensänderungen, einer Strandung und einem Brand im Maschinenraum scheint das Ende im Jahr 1970 gekommen. Aber englische Segel-Enthusiasten nehmen sich dem Schiff an und riggen den Rumpf komplett neu auf. 1976 sticht der Zweimaster unter seinem neuen Namen Eye of the Wind in See.

Nach einer Weltumrundung folgt die Expeditionsreise „Operation Drake“. Schirmherr war kein Geringerer als Prince Charles. Die besondere Optik des Großseglers begeistert nicht nur Segelfans, auch Hollywood wird auf die Eye of the Wind aufmerksam. Von nun an darf das Schiff vor der Kamera wilden Stürmen trotzen, stranden oder sinken. In den Filmen „Die Blaue Lagune“, „White Squall – Reißende Strömung“ und anderen Abenteuerstreifen dient die segelnde Hollywood-Diva als Kulisse. Dabei nehmen Filmstars wie Brooke Shields, Tommy Lee Jones und Jeff Bridges auf der seetüchtigen Brigg das Steuerrad in die Hand.

Zu Beginn des neuen Jahrhunderts ist die Brigg neun Jahre lang in Privatbesitz und für ihre zahlreichen Freunde und Fans unzugänglich. 2009 findet das Segelschiff bei der FORUM train & sail GmbH seinen neuen Heimathafen. Heute wird die Eye of the Wind weltweit für Segeltörns und Führungskräfte-Trainings auf See genutzt.

Bilder von der Eye of the Wind

 

Weltumsegelung mit der Eye of the Wind

Momentan laufen die Planungen dafür, den Windjammer ab 2018/19 auf eine große Reise rund um die Welt zu schicken. Der Besuch auf insgesamt fünf Kontinenten, vier Überquerungen des Äquators, eine Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung und eine Passage des Panamakanals stehen unter anderem auf dem Törnplan. „Dass ein mehr als 100 Jahre alter und in Deutschland erbauter Rahsegler im 21. Jahrhundert diese Route fährt, stellt ein Ereignis mit äußerstem Seltenheitswert dar“, erklärt Kapitän Michael Vogelsgesang. „Mitsegler sind für diese einzigartige Erkundungstour an Bord willkommen, seglerische Vorkenntnisse für eine Törn-Teilnahme nicht erforderlich“, ergänzt der Schiffsführer.

Von Wilhelmshaven aus nimmt die Brigg Kurs auf Cherbourg an der französischen Kanalküste. Im Sommer wird der Windjammer Hafenstädte und Inseln im westlichen Mittelmeer besuchen. Nach einer Atlantik-Überquerung im Herbst bleibt der Rahsegler zwei Monate lang in der Karibik.

Weitere Informationen unter www.eyeofthewind.net

 

 

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